Kabelmanagement
Beim Verlegen von Kabeln in einem Rechenzentrum und/oder einem Serverschrank sollte besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass alle Arten der mechanischen Belastungen vermieden werden.
So gibt es beispielsweise Biegebeanspruchungen, bei denen die Biegeradien nicht die von dem Kabelhersteller im Datenblatt angegebenen Werte unterschreiten dürfen. An zu stark gebogenen Stellen ändern sich die elektrischen Eigenschaften der „Kabel” und reduzieren die Übertragungs-
bandbreiten und -reichweiten. Sind keine Herstellerangaben vorhanden, so gilt folgende Faustformel:
Bei der losen Verkabelung mindestens 15-facher Kabelaußendurchmesser und bei der festen Verkabelung mindestens 10-facher Kabelaußendurchmesser. Neben Biegebeanspruchung kann auch die Knickbeanspruchung einen Bruch der Kabel verursachen. Aber auch Torsionskräfte, also das Verdrehen, darf auf keinen Fall auf das „Kabel” einwirken, da sie die Kabelelemente zueinander verschieben und die Übertragungseigenschaften verschlechtern. Zusätzlich kann es zur Zugbelastung
kommen. Sie wird nur von dem Kupferquerschnitt der Leiter bestimmt, da alle anderen Materialien zu weich sind. Das „Kabel” darf nicht mit mehr als 50N/mm² (Cu-Querschnitt) belastet werden, da ansonsten die Leiter gedehnt werden und der Querschnitt sich verringert. Sind höhere Zugkräfte unbedingt erforderlich, so müssen „Kabel” mit zusätzlichen Zugentlastungselementen eingesetzt werden. Schließlich existiert auch die Druckbeanspruchung. Diese wird hervorgerufen durch aufliegende Lasten, festes Anschellen oder scharfes Knicken der „Kabel” und muss unbedingt vermieden werden, da ansonsten der lose Kabelaufbau verändert wird und die elektrischen Übertragungseigenschaften sich verschlechtern. Grundsätzlich sollten Energie- und Datenleitungen auf unterschiedlichen Kabeltrassen getrennt geführt werden, bei größeren Anwendungen kommen idealerweise Stromschienensysteme zum Einsatz.






Seite versenden
Seite drucken